Woche der Sicherheit: Wie funktioniert „Meld Misdaad Anoniem“ und was unternimmt die Gemeinde?

Vom 5. bis einschließlich 9. Oktober findet die Woche der Sicherheit statt. In dieser Woche wird verschiedenen Themen rund um Sicherheit und Kriminalität besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Eine Möglichkeit, Informationen über mögliche Straftaten weiterzugeben, ist „Meld Misdaad Anoniem“ (MMA), eine unabhängige Web Meldepunkt , über die Menschen anonym Hinweise melden können.  
 
Aber wie funktioniert MMA genau? Was geschieht mit einer Meldung und welche Rolle spielt die Gemeinde dabei? Unsere Kollegin Eveline, Koordinatorin für behördliche Maßnahmen und Untergrabung der öffentlichen Ordnung, erklärt, was hinter den Kulissen geschieht. 

Vom Signal zum weiteren Blick 

Eveline arbeitet mittlerweile seit fast drei Jahren bei der Gemeinde Kerkrade. In ihrer Arbeit befasst sie sich mit Anzeichen, die möglicherweise mit Subversion in Zusammenhang stehen. Aber was ist Subversion eigentlich? 

„Es geht um Situationen, in denen die Unterwelt und die normale Gesellschaft miteinander verflochten sind. Kriminelles Geld oder kriminelle Aktivitäten werden dann beispielsweise über ein legales Unternehmen versteckt oder genutzt“, erklärt Eveline. „Kriminelle benötigen legale Strukturen, um ihr kriminelles Geld nutzen oder investieren zu können. Man denke beispielsweise an jemanden, der Geld mit einer Hanfplantage verdient und daneben ein Restaurant betreibt, in das in Wirklichkeit fast keine Gäste kommen. Dieses Restaurant kann dann dazu genutzt werden, dem kriminellen Geld eine legale Herkunft zu verschaffen.“ 

Eine Meldung kann dabei helfen, solche Situationen zu erfassen. Eveline betont dabei, dass eine Meldung nicht gleichbedeutend mit einem Beweis ist und auch nicht automatisch bedeutet, dass eine Untersuchung eingeleitet wird. „Eine Meldung ist in erster Linie ein Hinweis. Anschließend wird geprüft, ob tatsächlich etwas vorliegt. Es muss kein Beweis sein. Es handelt sich um eine Meldung und nicht um eine Anzeige.“ 

Eine Meldung kann neue Informationen liefern, aber auch bereits bekannte Informationen ergänzen oder mit einer bereits laufenden Untersuchung in Zusammenhang stehen. „Der Meldende muss nicht sicher sein, dass etwas nicht stimmt. Wenn jemand denkt: Hier stimmt etwas nicht, dann kann er das melden. Wenn die Meldung anschließend bei der Gemeinde eingeht, prüfen wir selbst, was wir bereits wissen und was in den Systemen vermerkt ist.“ 

Was passiert mit einer Meldung? 

„Meld Misdaad Anoniem“ ist eine unabhängige Stiftung. Die Informationen werden so verarbeitet, dass die Identität des Hinweisgebers der Organisation, die die Meldung letztendlich erhält, nicht bekannt wird. Zunächst wird geprüft, ob die Informationen tatsächlich anonym weitergegeben werden können. Anschließend wird festgelegt, welche Organisation damit etwas anfangen kann. Das kann beispielsweise die Gemeinde, die Polizei oder das Finanzamt sein. 

Gerade Details können dabei eine wichtige Rolle spielen. Eveline nennt ein Beispiel: „Angenommen, jemand meldet, dass bei den Nachbarn regelmäßig ein starker Marihuana-Geruch wahrnehmbar ist. Wenn dabei auch angegeben wird, wo sich die Person in der Wohnung befindet oder wie genau die Situation bemerkt wurde, könnte dies möglicherweise Aufschluss darüber geben, wer der Hinweisgeber ist. Dann kann ‚Meld Misdaad Anoniem‘ entscheiden, dass die Information nicht anonym weitergegeben werden kann.“ 

Innerhalb der Gemeinde ist der Zugriff auf MMA-Meldungen eingeschränkt. Eveline gehört zu den Mitarbeitern, die die Meldungen prüfen. „Man schaut zunächst: Betrifft diese Meldung tatsächlich die Gemeinde? Und wenn ja, welche Abteilung oder welcher Kollege kann sich darum kümmern?“ 

Eine Meldung bedeutet nicht, dass sofort Maßnahmen ergriffen werden. Die Informationen werden zunächst geprüft und, soweit möglich, verifiziert. Manchmal folgen weitere Ermittlungen, manchmal passt eine Meldung zu bereits bekannten Informationen, und manchmal ergibt sich letztendlich kein Anlass für weitere Maßnahmen. 

Keine Rückmeldung 

Zu einer anonymen Meldung gehört auch, dass der Meldende nicht erfährt, was letztendlich mit den Informationen geschehen ist. Das ist Teil der Anonymität. 

„Ich kann bei ‚Meld Misdaad Anoniem‘ nicht nachfragen, wer die Meldung gemacht hat. Das weiß ich selbst nicht, und auch die Mitarbeiter von ‚Meld Misdaad Anoniem‘ wissen es nicht. Daher kann ich dem Hinweisgeber niemals eine Rückmeldung geben“, erklärt Eveline. 

Wer wissen möchte, was mit einer Meldung geschieht, kann einen anderen Meldeweg nutzen, beispielsweise über die Gemeinde, die Ordnungsbehörde oder die Polizei. In bestimmten Fällen kann dann eine Rückmeldung erfolgen. Doch auch dann können aus Datenschutzgründen oder wegen laufender Ermittlungen nicht immer inhaltliche Informationen weitergegeben werden. 

Im Zweifelsfall 

Bei „Meld Misdaad Anoniem“ muss nicht von vornherein feststehen, dass tatsächlich eine Straftat vorliegt. Die Mitarbeiter können zunächst mit dem Hinweisgeber besprechen, was beobachtet wurde, wann dies geschah und warum die Situation Fragen aufwirft.  

„Als Hinweisgeber muss man also nicht die ganze Geschichte kennen oder selbst herausfinden, was genau vor sich geht. Ein Verdacht oder ein ungutes Gefühl kann bereits ausreichen, um Kontakt aufzunehmen. Es muss kein direkter Beweis vorliegen. Aber jeder Hinweis wird stets ernst genommen, und es wird geprüft, was mit den Informationen geschehen kann.“ 

Ein Signal im Gesamtkontext 

Eine anonyme Meldung steht also nicht für sich allein. Sie ist eines der Anzeichen, die dabei helfen können, einen Überblick über die Lage zu gewinnen. Eveline: „Manchmal bestätigt eine Meldung das, was wir bereits wissen, manchmal liefert sie neue Informationen, und manchmal stellt sich letztendlich heraus, dass alles in Ordnung ist. Das weiß man im Voraus nicht. Deshalb ist es wichtig, eine Meldung vor allem als ein Anzeichen zu betrachten, das wir in das Gesamtbild einbeziehen können.“ 

Gemeinsam für ein sicheres Umfeld   

Fällt dir etwas auf, das nicht stimmt oder dir Sorgen bereitet? Bist du dir unsicher, ob du dies melden sollst? Dann wende dich bitte an „Meld Misdaad Anoniem“ unter 0800 – 7000 oder besuche www.meldmisdaadanoniem.nl für weitere Informationen. Eine Meldung kann auch direkt bei der Ordnungsbehörde (045 - 567 63 48) oder bei der Polizei (0800 - 8844) erfolgen. In dringenden oder lebensbedrohlichen Situationen rufst du immer 112 an.