Gemeinsam für eine gesündere Region
Wie können wir dafür sorgen, dass Forschungsergebnisse besser in die Praxis umgesetzt werden? Und wie können Erfahrungen aus Gemeinden und Stadtvierteln wiederum der Forschung neue Impulse geben? Ausgehend von dem gemeinsamen Ziel, in der Region positive Veränderungen zu bewirken, arbeiten Vie Kerkrade und das Maastricht UMC+ zusammen, um sicherzustellen, dass Forschungsergebnisse nachweislich zu mehr Gesundheit und Vitalität in der Region Süd-Limburg beitragen.

Ein konkreter Schritt in diese Richtung ist die Entsendung von Britt Merx, Referentin für Sozialpolitik bei der Gemeinde Kerkrade, zum Maastricht UMC+ als Wissens- und Kompetenzzentrum für Prävention und Vitalität. Gemeinsam arbeiten sie daran, die Verbindung zwischen Politik, Praxis und Wissenschaft zu stärken.
„Wir stellen fest, wie viel Wissen bereits vorhanden ist“
Vie verleiht der regionalen Gesundheit und Vitalität in der Gemeinde Kerkrade durch einen innovativen Ansatz in den Stadtvierteln neue Impulse. Bei Vie wird Gesundheit ganzheitlich betrachtet. Es geht nicht nur um die Abwesenheit von Krankheit, sondern gerade auch um Lebensqualität, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und ein stabiles, gesundes Lebensumfeld. Themen wie Armut, Bildung, Sport und sozialer Zusammenhalt spielen dabei eine wichtige Rolle. Britt: „Von Seiten der Gemeinden und Fachleute gibt es viele Fragen rund um Gesundheit und Prävention. Gleichzeitig stellen wir fest, wie viel Wissen in der Forschung bereits vorhanden ist. Die Herausforderung besteht oft darin, diese beiden Welten miteinander zu verbinden.“ Umgekehrt bieten die Erfahrungen aus Stadtvierteln und Kommunen auch wertvolle Erkenntnisse für Forscher. Sie machen sichtbar, welche Probleme in der Praxis bestehen und wo Bedarf an neuem Wissen besteht. Diese Wechselwirkung passt nahtlos zu der Rolle, die das Maastricht UMC+ für sich selbst als Wissens- und Kompetenzzentrum im Bereich Prävention und Vitalität sieht. Lieve Vonken, Beraterin für Prävention und Vitalität: „Innerhalb des Maastricht UMC+ gibt es unglaublich viel wissenschaftliches Wissen zum Thema Prävention. Nur finden Wissen und Praxis nicht immer von selbst zueinander. Gerade deshalb ist es wertvoll, gemeinsam herauszufinden, was nötig ist, um Wissen besser anzuwenden.“
Im wahrsten Sinne des Wortes näher beieinander
Die Zusammenarbeit nimmt unter anderem durch eine Teilzeit-Entsendung von Britt an das Maastricht UMC+ Gestalt an. Für beide Organisationen ist dies eine Möglichkeit, die Verbindung zwischen Praxis und Wissenschaft konkret zu gestalten. Britt: „Da ich sowohl die kommunale Praxis als auch die Forschungswelt aus meinem Masterstudium in Gesundheitsförderung kenne, habe ich bereits erkannt, wo Chancen liegen. Durch diese Zusammenarbeit habe ich die Möglichkeit, Forscher und Kommunen näher zusammenzubringen, damit wissenschaftliche Erkenntnisse in der Praxis besser genutzt werden können.“ Laut Lieve ist es für das Wissens- und Kompetenzzentrum von Vorteil, dass Britt die kommunale Praxis gut kennt. „Britt bringt Erfahrungen aus Politik und Umsetzung mit. Das sorgt für andere Gespräche und neue Erkenntnisse. Es hilft uns, noch genauer zu betrachten, was Kommunen und Fachkräfte tatsächlich brauchen.“
Von der Frage zum Wissen
Eine der ersten Initiativen, zu denen diese Zusammenarbeit beiträgt, ist eine leicht zugängliche Anlaufstelle, die innerhalb des Maastricht UMC+ entwickelt wird. Britt: „Als Gemeinde weiß man manchmal nicht so recht, an wen man sich mit einer fachlichen Frage wenden soll. Dabei stehen oft bereits relevantes Wissen, Studien oder Experten zur Verfügung.“ „Mit einer Anlaufstelle wollen wir diesen Zugang vereinfachen. Das muss nicht kompliziert sein“, ergänzt Lieve. „Manchmal ist es vor allem wichtig, dass die richtigen Leute schneller zueinander finden. Indem wir Wissen zugänglicher machen, können Erkenntnisse auch besser in der Politik und bei der Umsetzung genutzt werden.“
Darüber hinaus werden Treffen organisiert, bei denen sich politische Entscheidungsträger und Forscher austauschen. Nicht nur, um Wissen zu teilen, sondern vor allem auch, um die Arbeitsweise des jeweils anderen besser zu verstehen. Was ist erforderlich, um eine praxisbezogene Fragestellung für Forscher gut zu formulieren? Und wie lässt sich Forschungsergebnisse so umsetzen, dass sie für die Politik und die Umsetzung nutzbar sind? Lieve: „Forscher betrachten Fragestellungen anders als Fachleute in der Praxis. Durch häufigere Begegnungen entsteht mehr Verständnis dafür, wie sich diese beiden Bereiche gegenseitig stärken können.“
Gemeinsam lernen und sich weiterentwickeln
Die Zusammenarbeit befindet sich noch in voller Entwicklung. Britt: „Wir finden gemeinsam heraus, was funktioniert. Das erfordert Ausprobieren, Anpassungen und eine neue Betrachtung. Aber gerade durch unsere enge Zusammenarbeit entstehen neue Ideen und Verbindungen.“ Auch Lieve sieht darin einen großen Wert für die Zukunft. „Wir vom Maastricht UMC+ setzen uns nachdrücklich dafür ein, Wissenschaft und Praxis stärker miteinander zu verknüpfen. Zum Beispiel durch diese Zusammenarbeit mit Vie. So bauen wir Schritt für Schritt eine eng vernetzte Präventionslandschaft auf. Ich sehe diese Initiative als ein Rädchen im Getriebe, das zu einem zukünftigen lernenden Ökosystem beiträgt, in dem Forschung und Praxis in ganz Süd-Limburg strukturell miteinander verbunden sind.“
Eine stärkere Region
Sowohl für Vie als auch für das Maastricht UMC+ ist diese Zusammenarbeit eine Investition in eine stärkere Region. Durch die Verknüpfung von Praxis, Politik und Wissenschaft entsteht ein Netzwerk, in dem Wissen schneller ausgetauscht wird, neue Erkenntnisse gewonnen werden und die Einwohner letztendlich von fundierteren Entscheidungen im Bereich Gesundheit und Vitalität profitieren.
